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Das Hungertuch der kfd Heilig Kreuz Brake

wurde 1993 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums selbst erstellt und der Gemeinde gestiftet

Was ist ein Hungertuch?

Hungertücher verbinden wir mit der Passionszeit. Hungertücher - erdacht und gestaltet von Menschen aus Peru, Indien, Äthiopien, Kamerun, Hawai . . . - bringt uns Misereor in Verbindung mit der alljährlichen Fastenaktion nahe. Sie stellen eindringlich in der je eigenen Bildsprache des Landes die Lebens-Situation seiner Bewohner dar, aber auch ihre Lebens-Sehnsucht und ihre Lebens-Hoffnung, gespeist aus den Quellen des Glaubens.

Hungertücher lassen somit keine oberflächliche Betrachtungsweise zu; sie beunruhigen, rütteln wach, appellieren an Verantwortungsbewusstsein und christliches Solidaritätsgefühl, rufen auf zu verantwortetem und solidarischem Handelm, lassen von allem den eigenen Glaubensstandort hinterfragen, die eigenen Lebensquellen überprüfen. Somit stehen sie in der Tradition der mittelalterlichen Hungertücher.

Damals wurde während der Fastenzeit der Hauptaltar einer Kirche verhüllt, um den "sündigen" Menschen von der Messfeier auszuschließen. Für ihn, der mit dem "Smachtlappen" (niederdeutsch) zur Buße ermahnt wurde, waren die vierzig Tage vor Ostern wirklich eine Zeit des Hungerns (Verbot jeglicher fleischlicher Nahrung). Thema der Hungertücher war immer - zunächst in einfachen Symbolen, später künstlerisch differnzierter - die Passionsgeschichte. Durch die Betrachtung des Leidens Christi sollte der Mensch zur Umkehr geführt werden. Viele Gemeinden besaßen ihr eigenes Hungertuch, dass über Generationen hinweg Gelegenheit zum Gebet und meditativen Verweilen gab.

Hungertuchbilder verdichten Aussagen. Sie versuchen, das Wort Gottes mit der Lebenssituation des Menschen in Verbindung zu bringen. Die Gestaltung eines Hungertuches setzt daher eine intensive Auseinandersetzung mit der Frohbotschaft voraus. Sie fordert aber auch zur kritischen Frage nach der Umsetzung des Evangeliums im eigenen Leben heraus.

Wenn ein Hungertuch zur Umkehr, zum Andersleben auffordern will, wenn es mich bewegen will, den ersten Schritt zu wagen, neue Wege zu gehen, dann kann das umso mehr geschehen, je stärker es mich in meinem Leben, mit meinen Problemen und Sorgen, mit meiner Hoffnung und Sehnsucht anspricht.

Frauen der Frauengemeinschaft Heilig Kreuz beschäftigten sich vor vielen Jahren mit der Vorbereitung des Weltgebetstages 1992. Sie merkten, dass das Thema "In Weisheit mit der Schöpfung leben" nicht nur Frauen etwas angeht. Es fordert uns als Christen in dieser Zeit mehr denn je heraus. Es verlangt Auseinandersetzung und Antwort.

Bewahrung der Schöpfung - nicht nur, weil wir sonst gegen ein simples Grundgebot der Ökologie verstoßen würden: "Zerstöre niemals deine eigene Lebensgrundlage", sondern weil wir als Christen eine globale Verantwortung haben, die einzig aus dem Schöpfungsauftrag Gottes herrührt, die Erde zu pflegen, zu gestalten, zu halten und zu erhalten, damit "die Menschen das Leben haben und es in Fülle haben".